Arbeitskreis Sprach- und texttechnologische Methoden im eLearning

Status: ruhend

Leitung: Maja Bärenfänger und Maik Stührenberg
E-Mail: maja.baerenfaenger@germanistik.uni-giessen.de, maik.stuehrenberg@uni-bielefeld.de

Motivation und Gegenstand

Das Thema eLearning hat in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen, nicht nur im universitären, sondern auch im außeruniversitären Bereich. Als beteiligte Disziplinen werden in diesem Umfeld klassischerweise die Pädagogik (und insbesondere die Didaktik) auf der einen Seite und die Informatik auf der anderen Seite genannt, allerdings ist es doch die Texttechnologie, die eine entscheidende Rolle spielt, unter anderem bei der Entwicklung von XML-basierten Formaten zur strukturierten Speicherung von multi-modalen Lerninhalten (sog. Lernobjekten). In diesem Kontext sind vor allem die in den letzten Jahren entwickelten eLearning-Standards wie LOM (Learning Object Metadata), IMS Learning Design, IMS Simple Sequencing und ADL SCORM (Sharable Content Object Reference Model) zu nennen, deren Entwicklung (und Unterstützung durch Learning Management Systeme, LMS) bei Weitem noch nicht als abgeschlossen betrachtet werden kann. Aber auch die Annotation und Nutzung von Korpora (auch Fehlerkorpora) - vorrangig zum Fremdsprachenlernen - ist ein klassischer Forschungsbereich im Schnittpunkt zwischen Texttechnologie als angewandter Computerlinguistik und eLearning.

Zu den sprachtechnologischen Methoden im eLearning zählen unter anderem die im Bereich ICALL zum Einsatz kommenden NLP-Technologien zur Analyse von Lernereingaben (user generated content) und zur Generierung adaptiven Feedbacks (Stichwort Adaptivität). Insbesondere im Bereich des Fremdsprachenlernens sind solche Analysen sprachlicher Eingaben des Lerners didaktisch unabdingbar. NLP-Technologien spielen darüber hinaus auch für die Lernermodellierung im Kontext intelligenter tutorieller Systeme eine Rolle. Hier zeichnen sich die deutlichsten Bezüge zu texttechnologischen Methoden und Lerntechnologiestandards ab. Insbesondere die Spezifikationen IMS Simple Sequencing und IMS Learning Design zielen auf eine Verbesserung der Adaptivität und Adaptierbarkeit der Lernsituation ab. Inwiefern sich hier Konvergenzen zwischen sprach- und texttechnologischen Methoden ergeben, wäre ein aus unserer Sicht lohnenswerter Untersuchungsgegenstand.

Ziel

Ziel des Arbeitskreises ist, die computerlinguistische und vor allem texttechnologische Perspektive auf eLearning im Allgemeinen und Themen wie Adaptivität und Personalisierung im Speziellen zu profilieren, deutlicher zu machen, welche unterschiedlichen Methoden die Computerlinguistik bietet und wo diese besser als bisher miteinander verzahnt werden können. Der Arbeitskreis dient dabei als Austausch- und Kooperationsforum für Fachleute mit unterschiedlichen Forschungsschwerpunkten und Kompetenzen (Texttechnologie, Lerntechnologiestandards, Hypermedia, Lexikographie, NLP, ICALL), die diese Themen durch gemeinsame Publikationen und die Veranstaltung von Workshops einer breiteren Community - auch abseits der Computerlinguistik - zugänglich machen wollen.

Aktivitäten

8. September 2010: Internationaler Workshop zum Thema "Sprachtechnologie und texttechnologische Methoden im E-Learning" im Rahmen der KONVENS 2010; Invited Speakers: Prof. Dr. Erik Duval (Katholieke Universiteit Leuven), Prof. Dr. Iryna Gurevych (TU Darmstadt)

Winter 2010/11: Veröffentlichung der Beiträge des Workshops in einem Sonderheft des Journal for Language Technology and Computational Linguistics (JLCL)